Arnsberg 1831

Im Zeitungs-Portal NRW sind einige Zeitungen aus Arnsberg bzw. dem damaligen Kreis Arnsberg erhalten und online einzusehen. Im Kommenden sollen hier einige Informationen daraus, so sie für die Geschichte des Ortes und die Genealogie seiner Bewohner hilfreich sind, vorgestellt werden.

 

Arnsberger Intelligenzblatt, Januar 1831, Ausg. 1–9.

»Auf Anstehen der Creditoren des verlebten Königl. Kreis-Rendanten Ameke zu Arnsberg sollen zwei, zu dessen Nachlass gehörige, bei Menden am sogenannten Sillplatz gelegene Gartenstücke, gerichtlich abgeschätzt zu 60 Rthlr., so wie zwei Bänke in der Pfarrkirche zu Menden am 23. Februar 1831 Vormittags 10 Uhr im hiesigem [sic] Gerichts-Lokale meistbietend verkauft werden. […]« (Arnsberger Intelligenzblatt, Nr. 3)

 

»Der aus diesiger Stadt gebürtige Joseph Wilhelm Rohe, welcher vor circa 40 Jahren sich von hier unter dem Vorgeben, sich nach Amerika begeben zu wollen, entfernt hat, hat seit dieser Zeit von sich keine Nachricht gegeben Auf den Antrag seines Bruders, des Bernhard Rohe hierselbst, wird derselbe daher nebst seinen etwa zurückgelassenen unbekannten Erben hierdurch vorgeladen, sich innerhalb neun Monaten, spätestens aber in dem, vor dem deputierten Justizamts-Assessor von Schilgen auf den 30. September 1831, Vormittags 11 Uhr angesetzten Termine im hiesigen Gerichtsgebäude persönlich oder schriftlich zu melden und weitere Anweisungen zu erwarten, unter der Verwarwarnung, daß er, der Joseph Wilhelm Rohe sonst für todt erklärt, und dessen Vermögen seinen nächsten Erben, welche sich als solche legitimirt [sic] haben, überwiesen werden soll.
Arnsberg, den 6. December 1830 […]« (Arnsberger Intelligenzblatt, Nr. 3, Beilage)

 

»(7) Auf Antrag eines Gläubigers ist der, dem Franz Bönner hierselbst gehörige, vor hiesiger Stadt am linken Ufer der Ruhr neben der Jägerbrücke belegene [sic], nach Abzug des darauf lastenden Cunons zu 103 Thlr. 26 Sgr. 8Pf. Berliner Courant taxirte Garten zur nothwendigen Subhastation gezogen, und ist der Verkaufstermin auf den 9. Februar 1831 Vormittags 11 Uhr im hiesigen Gerichtslokale angesetzt, […]« (Arnsberger Intelligenzblatt, Nr. 4)

 

»(20) Ein Logis, bestehend aus 3 Zimmern, Küche im mittleren Stocke meines Hauses steht sogleich zu vermiethen. Witwe Cramer sen. in Arnsberg.« (Arnsberger Intelligenzblatt, Nr. 4, Beilage)

 

»Haus-Verkauf. (21) Unterzeichneter ist gesonnen, sein in der Altstadt gelegenes Wohnhaus aus freier Hand aufs Meistgebot zum Verkauf auszusetzen. Der Termin hierzu ist auf Dienstag den 25. d. M. bestimmt, wo Liebhaber sich gütigst des Morgens 9 Uhr im Hause selbst einfinden wollen.
Arnsberg, den 8 Januar 1831. Sattlermeister Hannen.« (Arnsberger Intelligenzblatt, Nr. 4, Beilage)

 

»(17) In Sachen Nesselrath in Dortmund gegen Anstreicher Gendron in Arnsberg sollen die bei dem letztern auf Antrag des erstern gepfändeten Effekten: eine Stubenuhr mit Kasten, eine silberne Taschenuhr, ein Spiegel, ein Tisch, sechs zinnerne Teller, drei dergl. Schüsseln und zwei kupferne Kaffeekessel in termino den 20. Januar c. Nachmittags 3 Uhr im öffentlichen Meistgebote gegen gleich baare [sic] Zahlung verkauft werden […].« (Arnsberger Intelligenzblatt, Nr. 5, Beilage)

 

»(18) Am 20. Januar 1831 Nachmittags 3 Uhr sollen in Sachen von Carnap in Elberfeld gegen den L. M. Nordwald in Arnsberg die auf den Antrag des erstern bei dem letzern gepfändeten ein Stück graues Tuch von 24 Ellen und ein desgleichen grünes von 20 Ellen im öffentlichen Meistgebote gegen gleich baare Zahlung im hiesigen Königlichen Justiz-Amts-Gebäude verkauft werden, […]« (Arnsberger Intelligenzblatt, Nr. 5, Beilage)

 

»(19) Unterzeichnete empfehlen sich mit Stramin 5/4 breit, die Berliner Elle zu 12 Sgr. Feines englisches Sayet Stickgarn, das Pfund 2 Thlr. 20 Sgr.; auch feines Stick-Sayet, neu assortirt. Englische Windsorseife, direkt bezogen. In einigen Tagen werden sie auch wieder mit frischen Berliner Zuckersachen aufwarten können. – Da sie im Stande sind, alle 14 Tage mit neuen geschmackvollen Waren zu dienen, so bitten sie ihre geehrten Freunde darauf aufmerksam zu machen, weil die Preise äußerst billig sind – jedoch aber feste Preise haben. Sie hoffen dadurch recht viel Absatz zu ärndten. [sic] […] Frau Pitois u. Sohn, bei Joseph Schröder neben der Apotheke auf dem alten Markt.« (Arnsberger Intelligenzblatt, Nr. 5, Beilage)

 

»(1) Auf den Antrag eines Gläubigers ist das, den Erben Sebastian Volmer, hier gehörige in hiesiger Stadt auf der Soester Straße belegene und zu 350 Rthlr. pr. C. taxierte Wohnhaus zur nothwendigen Subhastation gezogen, […].« (Arnsberger Intelligenzblatt, Nr. 6)

 

»(7) Auf den Antrag eines Gläubigers ist das, den Erben der Erben der Eheleute Hugo hierselbst gehörige in hiesiger Stadt auf der Steinwege belegene und zu 1800 Rthlr. Pr. Cour. taxierte Wohnhaus mit Hofraum zur nothwendigen Subhastation gezogen, […].« (Arnsberger Intelligenzblatt, Nr. 6)

 

»(28) Unterzeichneter ist willens, seinen am östlichen Abhange des Römbergs gelegenen Baumgarten nebst einem nördlich daran stoßenden Gemüsegarten aus freier Hand gegen gleich baare Zahlung zu verkaufen. […] Arnsberg, den 18 Januar 1831. Ludwig Eickmann«  (Arnsberger Intelligenzblatt, Nr. 6)

 

»(11) Auf Antrag eines Gläubigers sind folgende dem Johann Falke gen. Hansesmann zu Boinkhausen gehörige Immobilien […] zur nothwendigen Subhastation gezogen, […].« (Arnsberger Intelligenzblatt, Nr. 7, Beilage)

 

»(15) Unterzeichneter empfiehlt sich mit Verkauf von guter Gerste, Malz, Heu, Hafer und Roggen-Stroh, ferner gute weiße Erbsen und Wiebelbohnen zum Kochen. – Auch ist ein gutes Reitpferd bei ihm immer miethweis zu erhalten. Arnsberg, den 18. Januar 1831. Fr. Krefft.« (Arnsberger Intelligenzblatt, Nr. 7, Beilage)

 

»(4) Auf Antrag einiger Gläubiger ist das, dem Kaufmann Bernhard Teipel hier gehörige, in hiesiger Stadt auf der Hallstraße zwischen den Wohnungen des Bährens und der Witwe Rasche gelegene, zu 1612 Thaler berl. Courant taxirte Wohnhaus nebst dahinter liegenden Gärtchen und Stalle zur nothwendigen Subhastation gezogen, […].« (Arnsberger Intelligenzblatt, Nr. 8)

 

»(17) Das bisher unter meinem Namen hier bestandene Geschäft hat aufhört. Der Herr E. Harnacke wird selbiges ferne unter dem Seinigen fortführen. Indem für das mit geschenkte Vertrauen danke, bitte, solches auf meinen Nachfolger übergehen zu lassen. Arnsberg, den 20ten Jan. 1831. A. Bocks.
In Bezug auf vorstehende Anzeige halte ich mich einem geehrten Publikum mit meinen führenden Artikeln aufs Beste empfohlen. Arnsberg, den 26. Januar 1831. E. Harnacke.« (Arnsberger Intelligenzblatt, Nr. 8)

 

»(2) Nachdem über den Nachlaß des am 7. Februar l. J. hieselbst verstorbenen Regierungs-Secretairs Hertmanni auf Antrag des für die hinterbliebenen Minderjährigen angeordneten Vormundes der erbschaftliche Liquidationsprozeß eröffnet worden […]. Arnsberg, den 24. November 1830« (Arnsberger Intelligenzblatt, Nr. 9)

Ein Photo aus dem Sauerland

Rückseite

Vorderseite

Vor einiger Zeit ist ein Bild in meinen Besitz gelangt, das einen jungen Mann zeigt, der eventuell aus dem Sauerland stammt.

Das Photo ist auf Photokarton aufgeklebt und wurde im „Atelier für Photographie“ von Joseph Köppelmann (1861–1939)1 aufgenommen. Die Rückseite des Bildes gibt an, dass Köppelmann Ateliers in Soest, Arnsberg und Meschede besaß. Der Karton hat die Maße 63 x 104 x 1mm und stammt wohl aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert.

 

Um wen es sich bei der Person handelt, ist nicht bekannt.

 


1 vgl. Fotografenwiki; eingesehen 25.03.2018.

Mumien • Der Traum vom ewigen Leben

Im Gustav Lübcke-Museum in Hamm wird diese Ausstellung vom 3. Dezember 2017 bis zum 17. Juni 2018 präsentiert. Die Ausstellung hat ihren Platz in den oberen Räumen bekommen und zeigt eine breite Palette von Mumien und mumifizierten Körpern, die neben den üblichen Schauplätzen wie Ägypten und Südamerika auch weniger offensichtliche Regionen und sogar einige kuriose Exponate natürlicher Austrocknung der Neuzeit beinhaltet. Anschaulich und gut dokumentiert, mit kurzen aber prägnanten Texten ergänzt, kann man sich sowohl als interessierter Laie, als auch als Historiker mit anderen Schwerpunkten einen faszinierenden Überblick verschaffen. Dabei bleibt die Ausstellung erfreulich sachlich und vermeidet jegliche Mumien-Klischees. Vielmehr wird darauf hingewiesen, dass man es hier mit den sterblichen Resten von realen Menschen zu tun habe und diese mit Pietät und Respekt zu betrachten seinen.

Dass einige Mumien trotzdem ein gruseliger Anblick sind, liegt wohl in ihrer Natur und lässt sich vom Besucher nur bedingt ignorieren. Die Präsentation schafft dies jedoch und vermittelt einen guten Überblick über mehrere Jahrtausende und verschiedene Kontinente. Das war definitiv ein lohnenswerter Besuch, der durch einen Abstecher in die Dauerausstellungen zu Ägypten und Archäologie mit Genuss abgerundet wurde.

Wersegeschichten

Prodigit-HC-Cover.1Zwei Jahre lang wurden Anekdoten und Geschichten, Berichte und Gespräche gesammelt und zu einem Buch zusammengeführt. Nun ist es soweit und die Arbeit des Autors ist getan. 186 Seiten voller Geschichten und Bilder über die Siedlung an der Münsteraner Werse zwischen Stapelskotten und Pleister Mühle. Einen Zeitraum von etwa 80 Jahren umfasst das Buch und auch die viel weiter zurück liegenden Epochen und Grundlagen für die Häuser und Häuschen wurden erfasst und dargestellt. Das Buch ist keine vollständige Chronologie, aber eine interessante Sammlung von Geschichten und Erlebnissen, um die es einfach zu schade wäre, sie mit der Zeit dem Vergessen anheim fallen zu lassen.

 

Nun ist alles auf dem Weg zur Druckerei und in wenigen Wochen kommen die fertigen Bücher zurück … ein gutes Gefühl.

 

Beitragsbild: Ralf Spangenberg, Prodigit-Verlag

Westfälische Erinnerungsorte – erschienen

lwl_weo_coverHeute wurde der Band beim LWL vorgestellt. Über 40 Beiträge sind zusammen gekommen und reichen von Sport, Personen über reale Schauplätze bis hin zu Meta-Orten, wie etwa der Feme.


Beim LWL wird zusätzlich zur Präsentation auch ein Twitter-Projekt (@WestfErinn_orte)  aufgesetzt, um den Band zu begleiten – eine schöne Idee. Ich bin mal gespannt, wie sie die Beiträge mit 140 Zeichen präsentieren.

Westfälische Erinnerungsorte

lwl_weo_coverVor einiger Zeit habe ich bei Dr. Lena Krull an einer Übung zu Westfälischen Erinnerungsorten teilgenommen. Mit viel Interesse und Vergnügen haben dabei über zwei Semester hinweg gut vier Dutzend Studierende über die Aspekte von Westfalen diskutiert und sich eigenen Themenkomplexen gewidmet. Das Gros der Beiträge wurde dabei literarisch aufgearbeitet und erscheint nun im Verlag Ferdinand Schöningh. Aus meiner Feder stammt dabei der Text über die Feme-Gerichtsbarkeit.