Swafnilds Verhängnis 2

Die Glänzenden Klingen
  • Agorosch, Ardarit, Ambosszwerg
  • Suijo, Krieger, Maraskan, Mensch
  • Trajan, Händler, Festum, Mensch

SPOILER-ALARM
Der folgende Text kann Spuren des Abenteuers Im Wirtshaus zum schwarzen Keiler (B1) enthalten.

Teil 1 • Teil 2 • Teil 3


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Meskinneskoje.
Eine Handvoll Häuser um einen Tempel der Göttin Peraine herum – das ist das ganze Dorf. Peraine, so sagte man mir, sei die Herrin der Landwirtschaft und ließe die Früchte auf dem Felde und am Baume wachsen. Nun, zumindest war der alte Geweihte ein gastfreundlicher Mensch. Ankwin, so hieß der Gute, hatte sicher schon über 70 Sommer gesehen und war damit für einen Menschen in einem ehrwürdigen Alter.
Beim Abendessen berichtete er von einer Räuberbande, die im nahen Snarjewald hausen sollte und die Gegen schon seit längerer Zeit terrorisierte. Der Anführer besagter Galgenvögel sollte ein gewisser Grotho Peraiken sein. Mit Verbitterung in der Stimme schloss der Geweihte seine Klage: „Festum hat nie Hilfe geschickt, egal wie oft wir darum gebeten haben.“
Nach dem Henkersbau befragt, meinte er, das könne ein altes Haus im Wald sein, südlich des Dorfes. Früher sei da eine Reiseherberge gewesen, die aber schon vor vielen Jahrzehnten den Betrieb eingestellt habe. Da sei er noch ein kleiner Junge auf den Knien seines Vaters gewesen.

Am nächsten Morgen ging es dann los. Der Himmel war klar, was uns beim Aufspüren der Entführer helfen sollte. Dafür war es übel kalt. Der leichte Wind drang schon bald durch die Mäntel und Umhänge.
Es ließ sich grob einschätzen, wo wir würden suchen müssen und so dauerte es nicht allzu lange, bis wir brauchbare Spuren im Schnee fanden. Etwa eine Stunde die Straße zurück ging ein Weg ab und führte in den Wald hinein. Als wir am Tage zuvor am Spätnachmittag daran vorbei gekommen waren, war es schon zu dunkel gewesen, um ihn zu bemerken. Wir folgten diesem etwas breiterem Trampelpfad einige vielleicht zwei, drei Meilen und kamen an einen unnatürlich aussehenden Hügel. Unter dem Schnee fanden wir Reste von Transportkisten. Kisten, wie sie der Handelszug von Ukbert mit sich geführt haben sollte. Bald entpuppten sich auch weitere Hügel zwischen den Bäumen als Reste von Wagen und Gräber. Trajan war sich allerdings sicher, dass seine Swafnild nicht hier liegt. Das würde er spüren, meinte er.
Wir suchten weiter und folgten dem Pfad tiefer in den Wald hinein. Auf einer kleinen Lichtung standen die nieder gebrannten Reste eines Hauses. Doch bevor wir noch genauere Untersuchungen durchführen konnten, schlugen zwei Pfeile vor uns in den Boden ein. Aus dem Schatten der Ruinen traten der Hauptmann der Strauchdiebe und zwei seiner Schergen hervor. Sie wollten das Geld.

Trajan bestand darauf, seine Braut zu sehen. Was nur verständlich war. Wir hatten die Gräber gefunden und konnten nicht wissen, ob sie noch am Leben war. Sein armes Herz wollte Gewissheit. Doch die Banditen witterten wohl eine Falle. So ist das, wenn man selber nur Lug und Arglist im Herzen führt und keine Ehre besitzt. Mit wüsten Beschimpfungen und Flüchen wandten sich die Entführer um und verschwanden in den Ruinen, den armen Trajan fassungslos zurück lassend. Suijo und ich setzten sofort zur Verfolgung an und ich muss gestehen, ich bin heute noch froh, dass ich damals etwas langsamer reagierte als der Krieger von Maraskan. Mit einem wilden Sprung trieb er sein Pferd über die Lichtung und mit einem wilden Schrei verschwand er unter Krachen und Bersten in einer mit Schnee bedeckten  Fallgrube. In letzter Sekunde konnte ich Koloss herumreißen und zügeln, sonst wäre ich hinter Suijo hergestürzt. Das wäre nicht nur ihm übel bekommen. Mit etwas Mühe konnten wir ihn aus der Grube holen, doch sein Pferd war nicht mehr zu retten. Der Schwung des Sturzes hatte ihm einige Knochen zerbrochen und so waren die spitzen Hölzer am Boden ein Segen für das arme Tier, hatten sie das Leiden doch umgehend beendet.

Koloss und der Braune von Trajan wurden an der Ruine angebunden. Wir ließen Zorn als Bewachung zurück und schon nach kurzer Untersuchung zeigte sich, dass die Ruine des alten Gasthauses nicht unser Ziel sein konnte, führten die Spuren doch in den alten Keller.

In der Ruine führten Stufen in eine tiefere Etage. Da wir dort die Vermisste vermuteten oder doch zumindest die verantwortlichen Banditen, gingen wir langsam hinunter. Eine Bärenfalle auf der Treppe war das Willkommensgeschenk jener Banditen. Nun wir hatten nicht auf ihre Gastfreundschaft gebaut und hatten auch nicht vor uns mehr als nötig an die Gebote Travias zu halten. Ein alter Balken sorgte dafür, dass die Falle kein Problem mehr darstellte. Im Lichte meiner Laterne zeigten sich die Reste einer früheren Kellereinrichtung.: Regale Kisten und mehrere große Weinfässer.