Swafnilds Verhängnis

Die Glänzenden Klingen
  • Agorosch, Ardarit, Ambosszwerg
  • Suijo, Krieger, Maraskan, Mensch
  • Trajan, Händler, Festum, Mensch

SPOILER-ALARM
Der folgende Text kann Spuren des Abenteuers Im Wirtshaus zum schwarzen Keiler (B1) enthalten.

Teil 1 • Teil 2 • Teil 3


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—Agorosch: In dem Winter ist so Einiges passiert. Ich war damals mit Suijo, einem Krieger von der Insel Maraskan und Trajan, einem Wein- und Tuchhändler aus Festum unterwegs. Kennen gelernt hatte ich die beiden, als ich mich von Asleif Phileasson für den Endspurt seiner Wettfahrt anwerben ließ.

Nachdem wir uns zwölf Tage lang durch die verschneite Wildnis des Bornlandes gekämpft hatten, erreichten wir Festum. Nach so einer Reise erscheint selbst diese Stadt wie eine Verheißung.

Wir waren gerade durchs Stadttor hindurch, da bekam unser abenteuerlustiger Händler eine Nachricht zugesteckt. Auf dem schmierigen Zettel stand mit vielen Schreibfehlern, seine Braut sei entführt worden und man wolle 25 Dukaten Lösegeld haben. Du kannst dir das Entsetzen des armen Mannes vorstellen. Anstelle eines rührigen Wiedersehens mit seinem Schatz nun diese Nachricht. Der Überbringer der Nachricht entschwand wieselflink in der Menge und ward nicht mehr zu finden. Natürlich haben wir Trajan sofort beigestanden und ihm Hilfe zugesagt. Das war Ehrensache. Und so ging es erst einmal mit dem geschockten Gefährten zu dessen Eltern, wo man besagte Braut eigentlich wähnte. Auch Swafnild, ein thorwalsches Mädchen, war mit bei der großen Reise des Königs der Meere dabei gewesen. Nach der langen Segelpartie hatte sie Trajan nach Festum begleitet. Warum sie nicht mit nach Pervin gekommen war, kann ich nicht mehr sagen. Wahrscheinlich war es die Gesundheit gewesen.

Bei seinen Eltern erfuhren wir, dass Swafnild 16 Tage zuvor als Begleitung eines Wagen-Treks nach Meskinneskoje aufgebrochen sei. Nein! Kein Scherz, der Ort heißt wirklich so! Der Trek gehörte dem Händler Ukbert aus Festum, wohl eines weitläufigen Bekannten von Trajan, der auch selber mit dabei war. Mehr gab es da nicht an Informationen. Das Lösegeld, stand auf den Zettel, solle beim „Henkersbau“ abgeliefert werden. Wir wussten natürlich erst einmal nicht, wo das sein könnte. Also trafen wir uns am Nachmittag noch mit Egonil und Volpje, weiteren Veteranen unserer Reise mit Phileasson, im Gildenhaus der Glänzenden Klingen. Doch die wussten von nichts – wäre ja auch zu einfach gewesen.

Suijo und ich gingen daraufhin direkt zur Stadtwache und fragten dort nach. Wer sonst kennt sich – auf der ehrlichen Seite – schon besser in der Stadt aus, als die Büttel, die sie beschützen? Für etwas Gutes zu essen und ein Fässchen Schnaps bekamen wir dort auch gute Informationen: Henkersbau … etwa 15 Jahre zuvor war Ugdralin ‚der Wilde‘, der Henker von Festum, über Nacht verschwunden. Einfach so, von einem Tag auf den anderen. Er soll in jenes Meskinneskoje gegangen sein. So erzählt es uns die Wache. Und sein Heim sei der besagte Henkersbau.

Trajan bekam unterdessen heraus, dass der Henker in dem Rufe stand ein Lykanthrop zu sein. Unsere kleine Plaudertasche war allein unterwegs, was wieder einmal ein Fehler war. Denn offenbar hatte er bei seinen Befragungen durch einen dummen Versprecher und anschließendes Herausreden den guten Egonil belastet. Okay, der Junge war ein Weiberheld und brachte sich selber immer wieder in Probleme, aber dass Trajan ausgerechnet bei einem gehörnten Ehemann oder einem Opfer von Egonils merkwürdigem Glück beim Kartenspiel nach Informationen anfragte, war schon echtes Pech. Wir konnten damals gar nicht absehen, was sich da zwischen jenem Alrik Bärenherz und Egonil entwickeln würde.

 

Am späte Nachmittag ging ich dann noch in den Tempel Rondras – natürlich in vollem Ornat. Wenn wir wirklich in die Situation kommen sollten, uns mit einem Werwolf anlegen zu müssen, so dachte ich mir, wäre es sicherlich ein Gewinn, vorher die Jünger der Leuin um Rat zu fragen. Dort erzählte man mir dann auch, der berühmte Lykanthropen-Jäger Peer van Hassel sei derzeit in Perricum und könne mir bestimmt weiterhelfen. Nun, das wäre eine Option, doch liegt Perricum in Richtung Süden und Meskinneskoje nach Norden. Ich bat daher die Geweihte mir Felsspalter und Drachenzahn zu weihen und lies fünf Silberlinge als Dank beim Opferstock. Den „Experten“ haben wir dann auch erst einmal nicht aufgesucht.

Zurück im Kontor erfuhr ich, dass Egonil untergetaucht sei, um möglichen Problemen mit diesem Bärenherz zu entgehen. Volpje würde erst einmal die Stellung halten, während wir uns um Swafnild kümmern würden. Wir kauften noch neue Winterkleidung für die Reise in den Norden und Trajan kam damit um die Ecke, dass er für den Weg ein neues Pferd bräuchte. Das sollte ja in Festum kein Problem sein, dachte ich. Nun, es wurde turbulent: Der Händler Iselbert ist ein gewiefter Händler und kennt sich mit den Gäulen aus. Ich konnte zwar von meinen Erfahrungen aus dem Kriegszug gegen die Oger etwas hilfreich eingreifen, aber gegen Trajans „taktisches Geschick“ beim Handeln half das auch nicht. Dessen Spezialgebiet ist ja nun mal der Wein. Aber bei Pferden hilft es nicht, wenn man sie länger lagert und regelmäßig dreht. Nachdem sie endlich handelseinig geworden waren, machte der knickerige Trajan eine dumme Bemerkung und prompt nahm Iselbert dem Pferd das Zaumzeug ab. Auf die verblüffte Frage Trajans nach dem Grund, hieß es stumpf: Gekauft sei ja nur das Pferd. Sattel und Zaumzeug könne man natürlich auch bekommen, … wenn man es sich denn leisten wolle. Der beleidigte Unterton Iselberts war nur allzu deutlich. Und so ging das Gefeilsche von vorne los. Doch am Ende hatte er dann doch alles Notwendige. Ich war damals mit Koloss unterwegs, meinem treuen schwarzen Tralloper. Das war ein richtiges Pferd gewesen.

Die Reise nach Norden dauerte sieben Tage und machte bei dem kalten Wetter so gar keinen Spaß.